Ich habe ein "normales" Leben, eine "normale" Familie und "normale" Freunde, abgesehen davon, dass meine Sicht von "normal" und die der anderen, eine vollkommen andere Welt ist!

Wollen wir doch mit meiner Vergangenheit anfangen und wieso meine Familie "normal" ist:

Geboren bin ich in Kasachstan, das deutlich anders als Deutschland ist. Ich hatte einen Vater, eine Mutter, einen großen Bruder und Haustiere. Mein Bruder und ich waren wie alle Geschwister die besten Freunde und die schlimmsten Feinde! Er hat mir sogar ein blaues Auge verpasst, auch wenn ausversehen ^^ aber ich habe ihn immer nachgeäfft und war manchmal eifersüchtig auf ihn. Trotzdem haben wir uns geliebt, immerhin gehörten wir zu einer Familie. Damals war ich ein sehr aufgewächtes Kind, habe immer meine Meinung gesagt und wusste mich zu verteidigen, aber bei Erwachsenen benahm ich mich sehr still und zurückgezogen. Ich war immer Mamas und Papas kleines Mädchen... und wenn es sein musste, bin ich auch hinter meiner Mutter hergelaufen, auch als ein großer Hund, der alle Leute gerne anfiel, frei herumtobte, er wollte nur spielen und hat mir dabei beide Knie blutig geschlagen (kann man das Anfallen eines Hundes als "schlagen" bezeichnen?)...

Meine Eltern haben sich eines Tages getrennt, damals war ich vier Jahre alt. Immer dachte ich, dass es mein Vater war, der meinen Bruder genommen hat und uns verlassen hat. Meine arme Mutter erschien für mich wie ein Engel, sie tat mir leid und ich liebte sie über alles. Jedoch auch das ändert sich mit der Zeit. Vor weniger als einem Jahr habe die eigentliche Ursache der Scheidung meiner Eltern erfahren. Es war die Schuld meiner Mutter. Sie ist fremd gegangen und schämt sich nicht mal dafür ( nach dem Motto: Wie er mir, so ich dir). Daher, als mein Vater früher nach Hause gekommen ist und ihren Geliebten entdeckt hat, hat er uns beide mitgenommen und zu seiner Mutter gebracht. Am Abend ist meine Mutter gekommen und hat mich mitgenommen, meinen Bruder jedoch hat sie nicht mal gefragt, ob er mit ihr mitkommen möchte (Sie meinte er wäre sowieso nicht mitgekommen). Seit dem ist zwischen meiner Mutter und meinem Bruder eine dicke Kluft. 

Mein Bruder war damals 7 Jahre alt und ging in die erste Klasse. Aber er kam immer ab und zu um mich zu sehen und mit mir zu spielen. Aber eines Tages hatte sich alles verändert. Die Cousine meiner Mutter kam uns besuchen und brachte zwei ihrer Freunde mit. In einen von ihnen hat sich meine Mutter verliebt und noch am selben Tag hat sie mich gefragt "Nastja, möchtest du mit zu dem lieben Onkel fahren?" Ich habe "Nein" gesagt, und trotzdem sind wir losgefahren, zuerst zu der Tante meiner Mutter. Im Grunde wären wir gar nicht sofort mit ihm mitgefahren, wenn nicht jemand zu meiner Mutter zu sagen meinte "Du kannst doch nicht dein Leben von der Meinung deiner Tochter abhängig machen. Sie ist noch klein und weiß nicht was das Beste für euch ist."

So sind wir zuerst zu der Cousine und der Tante meiner Mutter gefahren. Meine Mutter hat zu mir gesagt "Sei ein braves Mädchen und hör auf Oma Erna. Ich fahre mit dem netten Onkel zu ihm und wir werden dich bald abholen kommen." Ich weiß nicht wie lange meine Mutter weg war, aber ich weiß noch, dass ich mich alleine fühlte. Ich kannte keinen von den Personen. Da war die Tante meiner Mutter, Oma Erna. Sie war sehr nett und hat sich liebevoll um mich gekümmert. Ihr Mann war eigentlich lustig, abgesehen davon, dass er sehr viel Alkohol konsumierte und daher oft besoffen war. Sie hatten ein eigenes Haus, wo auch noch zwei ihrer Töchter lebten. Einmal war da Tante Sina mit ihrem Sohn Slava. Sie war nett und hat immer gerne was mit mir unternommen. Ihren Sohn habe ich auch nach und nach angefangen zu mögen. Er sah nett aus und hat immer mit mir gespiel, auch wenn er schon mit jungen 10-14 (?)Jahren anfing zu rauchen und nachts trinken zu gehen. Seine beiden Cousinen, Veronika (sehr aufbrausend und mehr jungenhaft) und Eva-Galine (alle nennen sie Galja) waren auch da. Von all ihnen mochte ich Galja und Oma Erna am liebsten.

Nach einiger Zeit (vielleicht auch nach einigen Tagen) kam meine Mutter zusammen mit ihrem neuen Freund. Er lebte in einer nahe gelegter Stadt Rudny, in einer kleinen Wohnung mit zwei Schlafzimmern, einer Küche, einem Wohnzimmer und Bad und Toilette. Er hatte bereits zwei Kinder, einen Sohn (an seinen Namen erinner ich mich nicht mehr) und eine Tochter, Jana, aber beide lebten bei seiner Exfrau.

Meine Mutter und ich sind zu ihm gezogen und ich hatte ein eigenes Zimmer, wir wohnten im 5. Stock und da die Häuser im Block aufgeteilt waren, hatte ich ein Spielplatzt direkt vor dem Haus. Jedoch hatte dieser Umzug meine ganze Persönlichkeit auf den Kopf gestellt. Ich wurde noch mehr von meiner Mutter abhängig und konnte noch weniger mit anderen kommunizieren. Ich hatte Angst vor fremden Leute und bin immer vom Spielplatzt gerannt, als ich sah, dass andere Kinder kamen. Ich fing an keinen fremden Personen zu trauen. 

Der Freund meiner Mutter war anfangs nicht schlecht, er hat mich auch gut behandelt, aber... das hatte sich schnell geändert. Er war süchtig nach Alkohol und seine Frust lies er immer an meiner Mutter aus. Anfangs war er immer nur besoffen, doch schon bald fing er an meine Mutter zu schlagen. Aus Frust fing meine Mutter ebenfalls an zu saufen und hat mich links liegen gelassen. Trotzdem war ich immer ihre Ausrede, wieso sie das durchmachte "Nastja ist klein, ich kann doch mir nichts dir nichts einfach mit ihr weggehen. Wie sollen wir leben? Und sie hat sich an ihn auch schon gewöhnt. Sie würde ihn garantiert vermissen..." 

Eine sehr nette Ausrede, aber damals verstand ich es nicht, auch wenn ich mir immer einzureden versuchte, dass alles gut wird und meine Mutter das Richtige tut. Aber das war nicht so. Meine Mutter wurde Alkoholikerin, so wie auch ihr Freund. Beide liesen sich vollsaufen und kümmerten sich sonst um Garnichts. Ich war stark unterernährt. Auch wenn meine Mutter super kochen kann, vergas sie einfach, dass sie was kochen sollte um mich zu ernähren. Ich wog mit 8 Jahren (war für mein Alter recht groß aber nicht zu groß) ca. 20 kg, und selbst das war, als ich bereits bei meiner Oma lebte, die mich auf die Beine stellte.

Aber zurück zu meiner kleinen Familie, als ich 5 Jahre alt war. Der Freund meiner Mutter brachte mir Kartenspiele bei, und nicht mehr lange, dann konnte ich einigermaßen mit den Erwachsenen mithalten, auch wenn nur schwer. Trotzdem habe ich den Freund meiner Mutter gehasst. Er war selbstsüchtig und wollte sogar, dass ich ihn "Papa" nenne. DAS war mein größter Fehler!

Irgendwann, als ich dachte, dass meine Mam und ihr Freund schliefen, habe ich ihn "Papa" genannt. Meine Mutter schlief nicht. Sie ist aufgestanden und hatte angefangen zu weinen. Das kann ich nie wieder vergessen. Das war das einzige mal, zum Glück. Heute bereue ich sogar dieses eine mal. Ich meine, wie kann man einen Menschen, den man so dermasen verabscheut, "Papa" nennen? 

Aber ich glaube ich sollte mehr über die "schlechte" Seite von Mams Freund sagen. 

Wie gesagt, hatte ihr ach so geliebter Freund seine Frust an meiner Mutter ausgelassen. Ich war klein, aber ich wollte meine Mutter beschützen. Anfangs bin ich immer zu ihnen gelaufen und habe gebettelt, dass er damit aufhört... Mein Betteln half nicht. Meine Mutter wurde immer übler zugerichtet. Ich dagegen habe nichts abbekommen... Anfangs zumindestens.

Das erste Mal, dass ich starken Schmerz verspürte, war, als ich Nachts mal wieder aufwachte, weil meine Mutter mal wieder geschlagen wurde. Seine Masche war es immer zu sagen "Ich zähl bis 10, wenn du bis da nicht weg bist, kriegst eins aufs Maul!" und dann fing er an zu zählen... währenddessen bettelte meine Mutter ihn an, er soll sich beruhigen und sie wolle schlafen und es täte ihr ja leid, dass sie streiten etc. Immer wenn er bei "1" ankam, wurde sie geschlagen... Aber in dieser Nacht war etwas Anderes. Meine Mutter hielt es nicht lange aus. Sie rannte zu mir ins Zimmer. Aber ich glaube er wollte nicht, dass sie mich mit sich nimmt. Er war ihr hinterhergerannt und fing an sie zusammenzuschlagen. Ich musste das mitansehen und konnte nur weinen. Der Blick meiner Mutter war schmerzverzerrt und sie weinte. Sie wehrte sich. Dann Haben sich unsere Blicke getroffen. Sie hörte auf zu weinen, sich zu wehren, aber Tränen blieben ihr in den Augen...

Ich hatte Angst... ich hatte panische Angst. Es war das erste Mal, dass ich meine Mutter so erlebte. Sie lag regungslos da und schrie nicht mal, dass er aufhören sollte. Ich dachte sie würde sterben, wenn das so weiterginge. Ich stand auf, lief zu ihrem Freund und schrie ihn an! Ich habe um mich herumgewirbelt und versuchte ihn zu schlagen. Ich wollte meine Mutter retten. Aber das gefiel ihm anscheinend nicht und damit ich daraus eine Lektion lernte, nahm er mich hoch und schleuderte mich gegen die Wand. Damals ging ich nicht mal in die erste Klasse und jetzt weiß ich auch, dass ich verdammt noch mal Glück hatte, dass mein Zimmer einen Wandteppich hatte und ich nach dem Aufprall auf mein Bett gelandet bin. Denn danach war ich bewusstlos.

Als ich zu mir kam war es bereits Morgen, wahrscheinlich hatte ich geschlafen. Ich hatte so sehr gehofft, dass das alles ein Traum war, bin sofort aufgestanden und zu meiner Mutter gelaufen... Das hätte ich nicht tun sollen. Sie war so sehr zugerichtet worden, dass ich es zum ersten mal sah. Ihre Augen dunkellila und nur leicht geöffnet.

Nach diesem Vorfall, hatte ich aufgehört mich zwischen meine Mutter und ihrem Freund zu stellen. Meine Lektion hatte ich gelernt. Jedes mal, wenn meine Mutter wieder geschlagen wurde, sas ich still in einer Ecke verkrochen und habe geweint, aber mein Selbstbewusstsein, das ich einst hatte, war weg. Ich konnte nicht länger das starke Mädchen spielen, sondern musste einfach nur zusehen, wie das Liebste, was ich hatte, vor meinen Augen ins Verderben geschickt wurde.

In meiner Nachbarschaft hatte ich lediglich eine beste Freundin, Julia. Sie ist vor der Einschulung weggezogen. Danach hatte ich sie in der Schule wieder getroffen, aber unsere Freundschaft war nicht mehr da. Ich habe auch durch Julia die anderen Mädchen aus der Nachbarschaft kennengelernt, auch wenn ich mich nicht mehr an sie erinnern kann. Aber ich weiß das ich oft aus dem Haus gegangen bin, als meine Mutter besoffen geschlafen hatte. Die Tür konnte ich auf aber nicht zu machen, sie war einfach zu schwer, als dass ich sie fest genug ranziehen konnte. Und wenn ich nach Hause zurückkam, kam es auch mal vor, das die Tür verschlossen wurde und keiner aufmachte. Ich musste draußen auf dem Flur sitzen und warten, bis meiner Mutter wieder bei Verstand war.

Zwischendurch hatte ich einen Hund, Lucy, nach meinem ersten Hund benannt ( mein erster Hund starb nach einer Auseinandersetzung mit dem Nachberhund). Sie war ein schwarz weiße Mischhündin und war für mich ein Familienmitglied. Ich habe sie oft nach draußen genommen und sie hatte mich beschützt. Auch wenn ich mich alleine fühlte, lag ich neben ihr und versuchte ihr Geschichten vorzulesen, die Tochter von Mams Freund, hat mir das Lesen beigebracht, dabei hatte Lucy immer diesen Ausdruck in ihren Augen, als ob sie mir zuhören würde und mich auch verstehen würde. Sie hatte mir meine beste Freundin ersetzt. Sie war mehr sogar, eine Familie. Ich werde sie nie vergessen, eine kleine Seele, die mir beigestanden hatte. Leider mussten wir sie weggeben, weil wir sie nicht ernähren konnten. Erst vor kurzem habe ich erfahren was aus Lucy geworden ist. Die Realität ist leider so schockierend, dass ich es hier nicht reinschreiben möchte.

Wer es dennoch wissen möchte, kann mich anschreiben ;) 

Damals stand ich auf dem Balkon und musste ansehen wie der Freund meiner Mutter Lucy mit der Leine wegführte. Ich wusste, dass das letzte mal war, dass ich sie sah und ich habe geweint. Meine Mutter versuchte mich zu trösten "Nastja, du verstehst doch, dass es ihr dort besser gehen wird. Bei uns wird sie noch sterben." Aber eigentlich wollte meine Mutter sagen, dass Lucy ungebändigt ist... aber eigentlich hatte Lucy das, was mir fehlte. Und Lucy war sehr treu. Sogar als meine Mutter mit Lucy spazieren ging und späht am Abend nicht wieder kam und ich mir schon Sorgen machte, hatte ich ihr Bellen rausgehört! Lucy war alleine den ganzen weg zu mir zurückgekommen. Damals war ich überglücklich aber auch traurig, denn das war der erste Tag, dass meine Mutter  weg war ohne dass ich wusste wohin. 

Wir hatten 100 Euro von meiner Oma zugeschickt bekommen. Diese hatte meine Mutter in meinem Zimmer versteckt, unter dem Fußboden. Ich war die einzige die das wusste. Als meine Mutter verschwunden war, ist ihr Freund irgendwann wach geworden. Er wusste, dass meine Mutter zurückkehren würde, da sie mich nicht alleine lassen würde. Aber er brauchte dringend Geld! Er hat die ganze Wohnung auf den Kopf gestellt, nur, weil er das Geld suchte... Ich war klein, hatte lange nichts zu essen bekommen und wollte überleben. Mein Überlebensinstinkt ist stärker als alles andere. Manchmal ein Segen, manchmal ein Fluch. Ich ging in mein Zimmer, hob das Linoleum hoch und nahm die zwei 50 Euroscheine in die Hand. Eins davon versteckte ich in einem Bettbezug, das andere behielt ich in meiner Hand. Langsam ging ich ins Schlafzimmer, wo Mams Freund sich zusammen zu reisen versuchte. Als er mich sah, sagte er mit verärgertem Ton "Was?!" Eine Frage, auf die ich persönlich nicht antworten konnte. Ich hatte zu große Angst vor ihm... und traute mich nicht.

Um ehrlich zu sein, wollte ich nicht lügen, und ich wollte auch nicht meine Mutter verraten. Aber was kann ein kleines Mädchen schon ausrichten? Ich wollte nur überleben... und habe daher das erste mal meine Mutter hintergangen. Leider blieb es nicht beim einzigen Mal. Ich hatte meiner Mutter oftmals mit meinen Taten weh getahn. Mein größtes "Verbrechen" ist dabei, dass ich, ihre Tochter, sie verlassen hatte...

Ich habe ihrem Freund erzählt, dass ich diese 50 Euro (nicht 100!) gefunden hatte. Er wollte sofort wissen wo ich sie fand und das tat ich auch. Keine fünf Sekunden später war mein Zimmer eine Müllkippe. Der Boden hatte kein Linoleum mehr... er hatte alles rausgerissen. Meine Sachen hatte er durchwühlt und ich war erleichtert, dass er die andern 50 Euro nicht gefunden hatte. Er war eben nicht der Hellste. Danach war er weg. Ich sas mit Lucy in der Küche und habe mich geschämt. Kurze Zeit später kam Mams Freund. er hatte was zu Essen gekauft und natürlich auch Wodka. Zum Glück hatte er mir was zu essen abgegeben. Als wir alleine an einem Tisch sasen und lediglich Lucy rumwinselte (sie hatte auch Hunger), hatte er sich über meine Mutter lustig gemacht. "Was ist das für eine Mutter, die nicht mal nach Hause kommt um ihr eigenes Kind zu füttern. Siehst du, wie sehr deine Mutter dich liebt?!" Das war noch harmlos. Ich wusste ganz genau mit was für Schimpfwörtern er meine Mutter alles bezeichnet hatte. Für ihn war das alles nur Spaß. Vieleicht ist Spaß sogar übertrieben. Ich denke, dass er einfach seinen Frust loswerden wollte, wem weh tun wollte und sich überlegen fühlen wollte. Es ist einfach ein menschliches Verlangen, das er stillen wollte.

Ich weiß nicht mehr genau was dann alles vorging, aber irgendwann haben wir ein Anruf aus einer Klinik bekommen. Meine Mutter wurde eingeliefert, wieso, weiß ich nicht. Nur soviel hab ich in meiner Erinnerung, dass sie überfallen wurde und von irgendwem was auf den Kopf abbekommen hatte. Aber wir haben sie kein einziges Mal besucht, nur am letzten Tag sind wir sie abholen gegangen. Ich würde gerne meine Mutter fragen, aber das ist keine gute Idee, denn sie ist zu labil für solche Gespräche. Und ich denke nicht, dass sie möchte, dass ihr Kind etwas weiß. Zumindestens ich an ihrer Stelle würde nicht wollen, dass mein Kind alles von mir weiß. Die Fehler und alle Schwierigkeiten... das kann dein Kind lehren es besser zu machen, aber es kann auch falsch aufgenommen werden.

Der Freund meiner Mutter war ein saufender starker Kettenraucher und glaubt mir, das ist das Schlimmste für ein Kleinkind, was es kriegen kann. Als auch noch meine Mam sich gehen lies, hieß es für mich "du kannst tun und lassen, was du willst" Das klingt für jeden wie ein Traum, aber... es ist das Gegenteil.

Man beginnt den Gedanken zu haben "du bist allen egal!" Und das war ich auch. Meine Mutter hatte sich so gut wie gar nicht um mich gekümmert und wenn, dann meistens im besoffenen zustand. Ich kann mich nicht erinnern jemals beim Arzt gewesen zu sein, abgesehen von einmal, beim Zahnarzt. Meine Zähne waren alle kaputt. Mir wurde niemals gesagt, ich müsse Zähne putzen oder sonst was und hatte daher oft Zahnschmerzen. Auch weil ich unterernährt war, war ich anfällig für Krankheiten. Manchmal dachte ich, ich müsse sterben. Einmal, als ich solche Schmerzen hatte, dass ich kaum aufstehen konnte...wahrscheinlich wäre ich verhungert, wenn ich es nicht geschafft hätte selbst Wasser zu kochen (auf einem Gasherd, das mit Streichhölzern angezündet werden musste), dabei hatte ich mir ein paar haare verbrannt. Am nächsten Tag, denke ich, wurde ich von meiner Mutter geweckt. Sie hatte was zu essen gekocht und drängte mich zum essen. Danach wurde ich wieder gesund. Ein anderes Mal hatte ich wahrscheinlich eine Erkältung, wobei sich meine Ohren entzündet hatten und ich starke Schmerzen hatte... aber jedes Mal war ich bei keinem Arzt gewesen.

Wie dem auch sei... es gab auch andere Sorgen. Die größte wäre wohl mein Bruder. Er ist für mich einer der liebsten Menschen auf Erden, aber das war er nicht immer. Eine Zeitlang habe ich ihn gehasst. Das begann damit, dass er uns in den Sommerferien besucht hatte. Er müsste damals 8 Jahre alt sein und ich war 5.

Da kann ich was Schönes (?) erzählen. Die Cousine meiner Mutter, Tante Sina kam uns besuchen. Zwar erinnere ich mich nicht mehr daran, aber ihre Nichte, Galja, zu der ich heute sehr guten Kontakt habe, hat mir erzählt, dass das das schlimmste war. Sie haben extra ein Geschenk gekauft für meinen Geburtstag und dann kommen sie und sehen, dass meine Mutter sturzbetrunken ist und ich nicht mal weiß, dass ich 5 Jahre alt bin und Geburtstag habe. Ist doch sehr nett von meiner Mutter meinen Geburtstag schon mal vor zu feiern und ich brauchte es ja nicht zu wissen. Das klingt jetzt etwas bitter, aber keine Sorge, mitlerweile ist es mir egal. Ich war nie wirklich ein Fan von meinen Geburtstagen.

Jedenfalls in diesen Sommerferien war mein Bruder bei uns. Irgendwann haben wir uns gestritten und die Folge daraus war es, dass meine Mutter auf meiner und ihr Freund auf der Seite meines Bruders stand. Zwar war es hart mitanhören zu müssen, wie sie streiten, aber das war nicht soo schlimm, wie das, was danach folgte! Wir, also Mam, mein Bruder und ich, sind zu Fuß in das nächstgelegene Dorf, zu Oma Erna, gegangen. Auf dem Weg hatte meiner Mutter sich Alkohol gekauft und wurde besoffen. Auf dem Weg dahin lief mein Bruder immer vor, während ich andauernd von ihm zu meiner Mutter lief und "Mam, steh auf, bitte. Du kannst später schlafen, hier können wir nicht schlafen." Andauernd ist sie in ihrem besoffenen Zustand hingefallen und kam nur schwer auf die Beine. Es war dunkel, aber nicht kalt, jedoch fing es an zu regnen. Irgendwann kamen wir bei Oma Erna an. Es ist peinlich, wie sich meine Mutter benommen hat. Sie ist auf einem Berg von Schmutzwäschen eingeschlafen. Für mich war es normal sie so besoffen zu sehen... mein Bruder dagegen hatte größere Schwierigkeiten. Und als er von meinem Vater wieder abgeholt wurde, sagte er "Ich will nie wieder hier her kommen!" 

Das hatte mich sehr verletzt, aber am meisten habe ich gehasst, dass er damit meiner Mutter weh tat. Damals erschien sie für mich immer noch wie ein Engel. So sind Kinder nun mal. Ich habe geweint und mein einziges Foto, das ich von ihm hatte aus Wut in Stücke gerissen und unters Bett geworfen. Meine Mutter kam zu mir und sagte "Das ist seine Entscheidung, wir können nichts machen." Am Ende hatte sie mich noch für das zerissene Foto ausgeschimpft.

Nach diesem Sommer wusste ich, dass ich meinen Bruder nicht wiedersehen würde.

Nach und nach wurde ich vernünftiger... zu mindestens erwachsener. Ich wusste was die Welt für mich bedeutete... Schmerz... Enttäuschung...Trauer. Ich habe aufgehört mich in die Angelegenheit meiner Mutter einzumischen. Ich habe auch aufgehört zu denken, dass alles normal ist, denn ich wusste, dass das nicht "normal" war. Wie gesagt, ich wurde erwachsener, oder besser gesagt, ich musste erwachsen werden, denn sonst hätte ich nicht überleben können. 

Wie bereits erwähnt, wohnten wir im fünften Stock und wir hatten einen Balkon, der vollständig verdeckt war, abgesehen von zwei großen Fenstern. Auf dem Balkon war alles Mögliche. Als es warm war, ich weiß nicht genau wann, bin ich auf die grandiose Idee gekommen, mich auf den Fensterrahmen drauf zu setzen. Ich hab mich festgehalten und bin irgendwann wieder vom Fensterrahmen gegangen. Das habe ich ein Paar mal gemacht. Dabei habe ich oft nachgedacht "Wenn das blos der erste Stock wäre, dann könnte ich runterspringen und hier weglaufen. Vieleicht würde ich irgendwo einen coolen Prinzen finden, oder ich würde wie die wilden Tiere leben." Aber das war nicht mein einziger Gedanke.

"Wenn ich jetzt hier runterfalle, dann bin ich tot."

"Vielleicht sollte ich springen, dann könnte ich endlich sehen, wie es ist fliegen zu können. Meiner Mutter bin ich sowieso egal. Sie meckert nur noch an mir rum. Vielleicht wär es besser wenn es mich nicht gäbe. Nein, es wäre definitiv besser. Ich kann das ganze sowieso nicht länger aushalten! Ich will das nicht länger aushalten! Ich will nicht! Ich will einfach nur meine Ruhe... ich will so leben können, wie andere auch! Wieso muss ich das ertragen, wieso nur ich?"

Ich wollte springen und hatte emotional mich bereits drauf vorbereitet. Ich habe meine Hände frei gemacht und war zum Sprung bereit. Gleichzeitig wusste ich, dass wenn ich mich nach vorne beuge, ich sofort fallen würde. Aber kurz vor dem Sprung kam mir ein anderer Gedanke.

"Mama... was soll aus ihr werden? Ohne mich wird sie doch ganz alleine sein. Sie wurde zuerst von ihrer Mutter und von ihrer Geschwistern verlassen, dann von Vater und meinem Bruder... Wenn auch ich sie verlasse, dann wird sie das nicht durchstehen. Und ihr Freund wird sie definitiv töten. Wenn nicht ich ihr helfe, wer sonst?"

Sofort kam mir auch ein anderer Gedanke

"Was, wenn ich den Sturz überlebe? Was, wenn ich danach ein Krüppel sein werde? Behindert für den Rest meines Lebens? Dann werde ich nicht nur keinen Prinzen finden, der mich rettet, nein, dann wird mir auch meine Mutter genommen. Sie werden wohl kaum nach einem Mordversuch eines Kleinkindes, das Kind bei seiner Mutter lassen. Ich will das nicht!"

Das war der Moment, an dem ich beschloss, dass ich überleben musste und meiner Mutter helfen musste. Ich konnte meine Mutter alleine nicht bei einem Verrücktem lassen. Und dann bin ich in Panik geraten. Dadurch kam ich aus dem Gleichgewicht und konnte mich noch am linkem Fensterrahmen festhalten. Seit dem Tag bin ich kein einziges Mal auf den Fensterrahmen geklettert und habe Angst vor Höhe, wenn ich mich schlecht festhalten kann. Es fasziniert mich heute, wie en kleines Kind überhaupt schon verstehn kann, was "tot" zu sein bedeudeut; das ist nicht normal. Aber noch faszinierender finde ich, wie ein Kleinkind sich selbst vor dem größten Fehler, den es gibt, zu retten schafft. Ich hoffe und bete, dass es auch andere Menschen, besonders Kinder, gibt, die ebenfalls sich selbst retten können. 

Für manche kann es sich grauenhaft anhören, für andere ist das noch harmlos. Ich persönlich denke, dass wenn ich dieses Erlebnis nicht hätte, dann wäre ich heute suizidgefährdet, aber was solls.

Nun, ich habe meiner Freundin den Link zu dieser Seite geschickt, also bin ich sicher, dass sie das lesen wird, vielleicht werden auch andere, die mich kennen, eines Tages diese Seite lesen. Nun... tut mir leid, falls es euch nicht gefällt, was ihr lest, aber keiner zwingt euch dazu. Mein Leben ist eine reine Katastrophe, das geb ich zu.

Viele glauben, ich sei so ein braves Mädchen... tut mir leid euch enttäuschen zu müssen. Hier kommt mein wahres "ich". 

Als ich klein war, hatte meine Mutter immer einen guten Geschmack, abgesehen von ihrem Männergeschmack. Jedenfalls hatte sie immer süßen Wein gekauft. Woher ich das weiß? Ganz einfach... Ich war mit dabei, wenn sie einkaufen ging und sie hatte immer ein paar Flaschen Wein gekauft. Diese hatte sie in meinem Zimmer versteckt. Mal unter meinem Bett, mal unter meiner Matratze oder im Schrank. Der Grund dafür war es, dass sie "ihren" Wein nicht mit ihrem Freund saufen wollte, sondern allein. Keiner wusste aber, dass ich schlau genug war um diesen Wein verschwinden zu lassen. Als ich verstand, dass meine Mutter sich nur so behindert benimmt, weil sie dieses saftaussehende Gesöff trinkt, wollte ich, dass das Zeug verschwindet! Dabei war es mir vollkommen egal auf welche Art und Weise. Und mal um das klarzustellen, ich rede nicht von "einer" Flasche, sondern von "vielen" Flaschen! 

Also... einige der Flaschen hab ich so nebenbei, als meine Mutter besoffen geschlafen hat, ihrem ach so nettem Freund untergejubelt. Natürlich verursachte das noch mehr Streit, den ich eigentlich weg haben wollte. Das heißt ich musste die Flaschen auf eine andere Art und Weise loswerden. Einer der Möglichkeit war es den Wein in die Blumentöpfe zu giesen, die Blumen wurden dabei aber kaputt. Also ging das auch nicht. Ich brauchte eine andere Lösung um die Flaschen "heimlich" zu entsorgen. Dann kam ich auf die Idee, man könne den Wein ja die Toilette runterspülen. Anfangs gings irgendwie, aber wenn meine Mutter mich bemerkte, hatte ich riesen Angst gehabt. Ich wollte ja nicht, dass sie mich anfängt zu hassen oder auf mich böse ist. Also ließ ich es sein. Meine nächste Lösung war es, den Wein selber zu trinken... Ja, es tut mir auch leid, aber ich wusste damals nicht weiter. Ich wusste die Folgen nicht... ich wusste gar nichts. Wie auch, ich ging ja nch nicht mal zur Schule.

Das erste Mal, dass ich den Wein meiner Mutter probierte, war ich durstig, wollte nicht in die Küche und das Getränk in der Flasche sah ja auch aus wie Saft. Ich habs probiert. Es war süß. Und es hatte mir auch geschmeckt... natürlich bitte ich jetzt alle, die das lesen und mich kennen, das nicht weiter zu erzählen... ist irgendwie peinlich, wenn man bedenkt, dass ich nicht mal in die erste Klasse ging. Und falls es irgendein Minderjähriges Kind liest, dann bitte, MACH SOWAS NICHT!!! Alkohol ist gefährlich und macht süchtig!!!

Ich hab erst in der achten Klasse gelernt, dass Alkohol die Gehirnzellen zerstört!!! Und dass man davon ernsten Schaden kriegen kann, durch den man auf Lebenszeit behindert werden kann...

Um meine Geschichte fortzuführen... ich habe den Wein getrunken, aber nicht viel. Ich hab es ein oder zwei Mal probiert, aber auch sofort sein gelassen! Zum Thema Rauchen... das konnte ich damals auch ausprobieren... aber ich wusste nicht wie man richtig raucht. Die Zigaretten hab ich von Mams Freund geklaut. Und seine nette Tochter hatte mir dann gezeigt, wie das geht. Haha... ihr glaubt mir nicht? Pech! Das ist die Wahrheit. Jana war nur paar Jahre älter als ich, aber sie hatte schon vieles gelernt, dabei eben auch das Rauchen. Als ich dann das Erste Mal "richtig" rauchen konnte, hatte ich sofort einen Hustenanfall bekommen. Danach habe ich keine Zigarette mehr in den Mund genommen. Und ich werd das auch nicht mehr tun, das habe ich mir selbst damals versprochen und das werde ich halten!

So... somit habe ich das Schlimmste meiner Kleinkindheit hinter mir, der Rest ist relativ harmlos...

Zuerst will ich noch was über Mams Freund erzählen. Er hatte die grauenhafte Gewohnheit in der Küche zu rauchen und dabei nur in Unterwäsche (manchmal nur in Unterhose) zu sitzen. Das war ätzend. Er war wie gesagt ein Säufer und Kettenraucher. Dazu kommt noch sein Desinteresse und "Ich-weiß-immer-alles-besser" Gewohnheit. Ich konnte ihn nicht ausstehen, aber er hatte ab und zu mit mir gespielt. Ich habe sogar immer noch die Plastikkette, die er mir einmal gekauft hat, zusammen mit einer Haarspange, die leider kaputt gegangen ist und mitlerweile weggeschmissen wurde. Er hatte mir das Kartenspielen beigebracht und zeigte wie man blufft. Er erzählte mir oft irgendwelche Geschichten über die Armee oder Krieg, zwar nicht kindergeeignet, aber immerhin... Er war nach meinen Erinnerungen, groß, breites Gesicht, kurze Haare und wenn ich heute Männer sehe, die sein Aussehen habe, habe ich Angst. Aber eigentlich war er klein im Verhältnis zu anderen Männern, schwach, unattraktiv und ein Feigling. Damals konnte ich das nur nicht einschätzen.

Um weiter ins Detail zu gehen... sein Vater hatte Selbstmord begangen... er ist vom Dach eines Zehnstockhauses runter gesprungen... daher wusste ich, was es heißt, wenn einer hoch runter springt... Seine Mutter war ebenso versoffen, wie er, und sie hatte einen Freund, der genauso war. Sie und ihr Freund mussten ab und zu auf mich aufpassen und das machte mir nichts aus. Sowohl Mams Freund, als auch seine Mutter sind bereits verstorben, aber dazu gibt es später was... 

Als nächstes will ich was über meinen Vater sagen, wie ich über ihn bis vor kurzem dachte. Damals habe ich ihn gehasst. Ich dachte er hätte meinen Bruder genommen und uns verlassen. Außerdem habe ich auch gedacht er würde nur meinen Bruder lieben, so wie auch seine Mutter. Nach und nach hatte ich sogar vergessen wer er war und wie er aussah. Ich habe ihn das letzte Mal gesehen, als ich sieben Jahre alt war und in die erste Klasse ging. Er war für mich ein Fremder. Ich konnte ihn nicht wiedererkennen, genauso wie auch meinen Bruder oder Dads Mutter. Ich mochte sie nicht. Dann fing ich an sie zu hassen... vor allem meinen Vater. Als ich nach Deutschland kam, konnte ich mich an nichts über ihn erinnern... Ich hatte all´ meine Erinnerungen über ihn ausgelöscht und habe öffentlich gesagt, dass ich ihn hasse. Ich habe gedacht, dass ich ihm niemals verzeihen könnte, was alles geschehen ist. Wie ich zu meinem Bruder stand, kann man sich ja denken... 

Nun komme ich zu meiner Mutter, zu mindestens wie ich über sie dachte, während ich bei ihr war. Um ehrlich zu sein... war meine Mutter für mich das Heiligste, was ich besaß. Zwar hatte ich nicht viel, aber ich hätte jederzeit für sie sterben können. Ich habe sie geliebt, so wie jedes andere Kind seine Mutter liebt. 

Ich denke, dass jeder denkt, dass seine Mutter die Beste ist. Das hatte ich damals auch gedacht. Ich kannte aber auch keine andere Art von Mutter. Mittlerweile denke ich "Meine Mutter ist die Beste, die ich verdient habe." Zwar weiß ich, dass das dumm von mir ist sowas zu denken, aber das bin halt ich. Und so unter uns, ihre Kochkünste, wenn sie nüchtern ist, können von niemandem übertroffen werden! 

Trotzdem... meine Mutter war für mich ein und alles. Ich war wie die Klette an ihr. Und obwohl meine Mutter eine Menge Mist gebaut hatte, war sie immer nett. Sie hatte mich zwar manchmal ausgeschimpft, aber sie hatte mich nie geschlagen. Zwar hatte sie mich einmal grundlos angemotzt, als sie besoffen war, und mir ein Geschirrtuch ins Gesicht geworfen (das ziemlich streng roch), aber sonst war sie ganz die liebevolle Mutter, an die ich festhielt. Ich hätte mir auch nie ein Leben ohne sie vorstellen können... so schnell kann man sich ändern.

Meine Mutter hatte mir nicht viel beigebracht, aber ich habe gelernt wie man den Teppich mit einem kleinen Besen fegt und wenn meine Mam krank oder besoffen im Bett lag, hatte ich immer den Berg an dreckigem Geschirr gewaschen... zwar nicht perfekt, aber so gut, wie es ging. Und wenn meine Mutter gesund war, was leider nur selten der Fall war, hatte sie was Leckeres gekocht während ich das Zählen lernte oder irgendwas rumgekritzelt hatte und sie dann fragte, ob irgendwas davon wie schriftliche Buchstaben aussahen. Ich habe damals viel von ihr gelernt und das meiste davon macht mein heutiger Charakter aus.

Früher konnte ich ohne meine Mutter nirgend wohin. So sind viele Kinder. Aber nach und nach hatte sich das geändert. Meine Mutter ging mit mir manchmal in die Stadt und da wir kein Auto hatten, hatte sie immer meine Hand festgehalten. Diese Zeit vermisse ich am meisten. Sie zeigte damals, dass sie mich liebt und hatte sich trotz ihrer Persönlichkeit um mich gekümmert. Ich glaube, dass sie sich nur deshalb so schlecht verhalten hatte, weil sie ihre Jugend nicht so leben konnte, wie sie wollte und schon sehr jung Mutter wurde. Jetzt könnte mancher vielleicht sich fragen, wieso ich überhaupt so schön von meiner Mutter rede, obwohl sie so so viel Schlechtes gemacht hat... Nun... ich will zeigen, wie ich sie gesehen hatte.

Meine Mutter wollte nur das Beste für mich, da bin ich mir sicher. Sie kaufte mir immer ein Stück Kuchen, wenn wir in der Stadt waren und wenn sie sich Alkohol kaufte, kaufte sie auch gleichzeitig was Süßes für mich. Vieleicht ist das nicht viel, aber damals reichte mir das aus. 

Ich kann mich auch noch daran erinnern, dass meine Mutter paar Mal von ihrem Freund zusammen mit mir abgehauen ist. Einmal sind wir nachts in die Stadt gegangen. Auf dem Weg dahin hatte sie sich Alkohol gekauft und ist mit mir in ein verlassenes Gebäude gegangen, um dort zu übernachten, bzw in ihrem Fall zu saufen. Ich wollte dort nicht sein. Es stank nach allem möglichen und es war kalt. Nachdem sie ihre Flasche leer hatte, sind wir weiter gegangen. Zum Morgen waren wir wieder bei ihrem Freund gelandet.

Ein anderes Mal waren wir weggegangen und meine Mutter versprach mir, dass wir nie wieder zurückkommen würden. Dabei habe ich auch gelernt, dass man vor Hunden keine Angst zeigen darf und dass auf das Wort meiner Mutter kein Verlass ist. Ein paar Tage später waren wir wieder in den selben vier Wänden, aber mir hatte das nichts ausgemacht. Zwar wollte ich weg von ihrem Freund, konnte aber nicht ausstehen in einer kleinen kalten Hütte zu leben, wo nicht mal das Wasser fließend läuft und man keine Gelegenheit zum duschen hatte. Daher war ich froh wieder heißes Wasser zu haben und in einem Bett zu liegen. Daher war ich meiner Mutter dankbar, dass obwohl sie es so schlimm hatte, sie trotzdem das durchstand um uns ein "normales" Leben zu ermöglichen... Das würde nicht jeder tun, da bin ich mir sicher.

So... nun hab ich ja schon einiges über meine Kindheit preis gegeben... und wenn man schlau genug ist, kriegt man mit, dass ich bis 2005 in Kasachstan lebte, mit einer alkoholkranken Mutter und ihrem Schlägerfreund. Mein Leben war grauenhaft und ich habe 2005 das letzte Mal meinen Vater, seine Mutter und meinen Bruder (meine Vater hatte das Sorgerecht für ihn) gesehen. Nun... wie kam ich dann nach Deutschland?... Und wie hatte das eine Auswirkung auf meine Persönlichkeit und die Beziehung zu meiner Familie?... Tja... da kommt jetzt meine liebe Nachbarin, Tante Nadja, ins Spiel...

Sie lebte zusammen mit ihrem Mann in der nebenanliegenden Wohnung. Ich kannte sie eigentlich nicht und sie mich nicht. Das erste Mal, dass ich sie kennen lernte, war, als ich mit Mams Freund in den Laden ging. Vorher schickte er mich alleine dahin mit einer Nachricht, wo stand, dass er Zigaretten und Wodka kaufen möchte und sie das auf seine Rechnung schreiben sollen. Aber ich hatte nichts bekommen, stattdessen schickte mich die Frau unfreundlich weg und sagte "Wir verkaufen keine Drogen an Minderjährige." Danach ging ich ungerne dahin. Als wir dann nach Hause gingen, hatte Mams Freund natürlich keinen Schlüssen mit. Meine Mutter war bereits besoffen und war fest am pennen. Die Tür war nicht aufzukriegen. Ich hatte riesigen Hunger und musste auf Toilette. Also hatte er bei den Nachbarn geklingelt und fragte, ob "das Kind" bei ihnen auf die Toilette gehen könne. Das durfte ich dann auch. Die Frau war sogar so nett, dass sie mir was zu Essen machte. Nach und nach merkte sie auch in was für Verhältnissen ich groß werde. Sie stellte mir Fragen, die ich ungerne mit der Wahrheit beantwortete, aber ich wollte nicht lügen. Ich war mehr oder weniger ein ehrliches Kind und log nur, wenn es wirklich notwendig war.

Aber ich muss sagen, dass sie wirklich nett war. Sie kümmerte sich um mich, gab mir was zu essen, kaufte mir Sachen und sorgte dafür, dass ich ein Platz in der Schule Kriege, aber dazu erfahrt ihr später mehr.

Anfangs habe ich versucht meine Mutter zu decken. Jedes Mal wenn ich was sagte, dass meine Mutter schlecht dastehen lies und die liebe Nachbarin ein besorgtes Gesicht machte, kam ich immer mit etwas Positives. Ich versuchte alles möglichst harmlos darstellen zu lassen. Aber... irgendwann war auch ich, ein noch keine sieben Jahre altes Kind, mit meinen Nerven am Ende. Ich ging zu unserer Nachbarin immer öfter und vertraute ihr immer mehr Details an. Ich erzählte ihr alles, natürlich nicht, dass ich bereits Selbstmordgedanken hatte, oder dass ich bereits das Trinken und Rauchen ausprobiert hatte, aber ich erzählte ihr meine Lebenssituation... meine ganze Situation. Sie war schockiert, als ich ihr sagte, dass meine Mutter jeden Tag trinkt, oder als ich ihr sagte, dass meine Mutter mir nie sagte ich soll meine Zähne putzen...oder als ich ihr einmal sagte, dass ich an diesem Tag noch nichts gegessen hatte, obwohl es schon Abend war.

In der Zeit, wo ich bei ihr war, wurde ich sorgenvoll umgeben. Ich konnte jeden Tag zu ihr gehen und was essen. Anfangs habe ich so wenig gegessen, dass sie andauernd sagte "Du kannst doch nicht schon von so wenig satt sein! Das waren doch grade mal 2 Löffeln!" Und wenn mir etwas nicht schmeckte sagte sie es sei gesund und ich deshalb auch essen sollte. Als ich endlich zu ihr kam, weil ich es nicht länger ertrug, dass meine Mutter geschlagen wurde, war sie wieder überrascht, zwar ahnte sie etwas, aber sie schwieg immer. Jetzt war sie nicht mehr still. Zusammen sind wir zu uns nach Hause gegangen und als wir drinnen waren, war meine Mutter besoffen und mal wieder voller blauer Flecken. Ihr ach so lieber Freund saß in seiner Unterhose am Küchentisch und rauchte. Meine Nachbarin konnte kaum atmen, denn der Rauch machte die Küche ganz benebelt. 

Bei diesem Anblick sagte sie zu Mams Freund "Schämst du dich gar nicht? Vor einem Kind fast nackt da zu sitzen und zu rauchen? Und dazu auch noch vor Fremden? Was bist du bloß für ein Mann, der auch noch seine eigene Frau verprügelt! Und du..." sie wendete sich sofort an meine Mutter „Wie kannst du als Mutter dich so gehen lassen und dein Kind so verwahrlosen lassen?! Du sitzt hier und lässt dich verprügeln, während dein Kind betteln geht und versucht zu überleben... Denkst du auch mal daran was das Kind von dir hält? Was bist du denn für ein Vorbild? Das ist doch das Letzte." Mams Freund hatte die ganze Zeit über gegrinst, meine Mutter nur genickt und "Ja" und "Ich weiß" gesagt. An diesem Abend packte meine Nachbarin meine Sachen und holte mich zu ihr. Meine Mutter wurde von diesem Tag an nicht mehr dieselbe Mutter. Der Bund, den ich mit ihr hatte, wurde zerrissen. Ich konnte sie seitdem nicht mehr mit dem selben unschuldigem Engelsblick ansehen. Noch schlimmer, das war der erste Tag, an dem ich selbstständig wurde und meine Mutter anfing Schritt für Schritt zu verlassen.

Um es kurz zu halten: Ich hatte meine Mutter geliebt, war aber im Klaren, dass ich, wenn ich bei ihr bleibe, sterben müsse. Das sollte nicht sein... Das wollte ich nicht... und ich habe was dagegen unternommen.

Meine Nachbarin fragte mich, ob ich Verwandte hätte, die mich aufnehmen könnten... Der erste der mir einfiel war mein Vater, aber das wollte ich nicht. Wie bereits einmal erwähnt, war er in meinen Augen ein... nichts...

Dann fiel mir ein, dass ich auch andere Verwandte habe, meine Oma zum Beispiel.

Meine Oma war zusammen mit dem Rest Mams Verwandten nach Deutschland geflogen, der Heimat unserer Vorfahren. Damals war ich sehr klein und konnte all meine Verwandten nicht mehr in meinen Erinnerungen behalten. Ich kannte sie nicht mehr. Sie waren Fremde und ich hatte große Angst vor ihnen... insgesamt hatte ich Angst vor anderen Leuten, vor Fremden. Diese Angst ist noch heute mein ständiger Begleiter.

Nach einer langen Überlegung und einer langen Suche, fand ich die Adresse meiner Oma und schrieb ihr ein halbfertigen Brief. Ich ging noch nicht in die erste Klasse und das was ich konnte, wurde mir von meinem Bruder (meine ersten Worte zu schreiben brachte er mir bei), der Tochter von Mams Freund und meiner Nachbarin beigebracht. Die Buchstaben waren schief und nur schwer zu entziffern, aber man konnte mich verstehen, Ich hab ihr geschrieben, wie schlecht es mir ginge... dass jedes Mal, wen sie angerufen hatte, ich gelogen hatte... meine Mutter war nämlich nicht beim Einkaufen oder sonst wo, nein, sie lag im Bett, besoffen und innerlich kaputt, leer und nur mit Bruchteilen an Emotionen, mal Hass, mal Trauer, mal Liebe. Ich kann nicht mal beschreiben wie ich mich fühle, wenn ich daran denke. Ich habe eine Person, die ich über alles geliebt habe, beschützt und gleichzeitig eine Person, die ich erst später richtig kennenlernte, angelogen. Von wegen "Du würdest doch niemals Lügen!"

Na egal... ich habe meiner Oma ein Brief geschrieben, wo ich ihr nicht nur meine Lage geschildert habe, sondern sie auch um Hilfe bat. Ich fragte, ob sie mir helfen konnte, denn ich hatte Angst und einer meiner Ängste war es, dass ich nicht zur Schule gehen kann. Natürlich kann sich das keiner vorstellen wie man Angst haben könnte nicht zur Schule gehen zu können... heutzutage bin ich in den Ferien auch glücklicher... aber damals wollte ich lernen, ich wollte so sein wie jeder anderer auch. Das Lernen ist das größte Geschenk, das die Menschheit hat.

Es dauerte nicht lange und ich bekam meine Antwort. Natürlich kann man sich vorstellen wie es für meine Oma war. In einem Augenblick weiß sie, dass ihre eigene Tochter, die alleine mit ihrer Familie in Kasachstan zurückgeblieben ist, alleinstehend mit ihrer kleinen Tochter ist und bei einem Fremden wohnt, aber alles normal zu scheint... und plötzlich weiß man, dass die Tochter einen Alkoholproblem hat und von ihrem Freund misshandelt wird, ganz zu schweigen davon, dass die Enkeltochter, klein und allein, statt ihre Mutter die Großmutter um Hilfe bittet. 

Während für mich die Zeit immer besser wurde, mit geregelten warmen Mahlzeiten, frischen Sachen, Spielzeugen und Aufmerksamkeit mit Erziehung, wurde die Zeit für meine Oma schlimmer. 

Sie lebte alleine und hatte einen Freund, den habe ich zwar nie kennen gelernt, aber eins ist sicher "Ich habe nicht nur meine Mutter alleine gelassen, sondern auch das Glück meiner Oma größtenteils kaputt gemacht," Wieso? Na ja, weil der Freund meiner Mutter nichts über mich wissen wollte, oder besser gesagt sie vor einer Entscheidung stellte "Entweder du bleibst bei mir, oder fährst das Kind abzuholen und vergisst mich"

Meine Oma hat mich gewählt. Zwar weiß ich nicht, ob sie ihre Entscheidung bereut oder nicht, aber ich bin mir sicher, dass ihr diese Entscheidung schwer gefallen war. Und um ehrlich zu sein, glaube ich, dass es ihr Gewissen war, das diese Entscheidung traf. Sie wollte, so glaube ich, das wiedergutmachen, was sie nicht rückgängig machen kann... dazu später mehr...

Jedenfalls um zurück zur meiner Geschichte zu kommen... kam meine Oma um mir zu helfen. Vieleicht denkt jeder jetzt, dass das ziemlich schnell und einfach geht, aber dem ist es nicht so!

Bis meine Oma nach Kasachstan kommen konnte und die Erlaubnis hatte mich mitzunehmen verging viel Zeit. Allein in Kasachstan musste sie ein halbes Jahr lang warten, damit ich die Erlaubnis hatte um meine Heimat zu verlassen. Und meine arme Oma, hier in Deutschland wurde ihr Visum falsch gemacht, niemand bemerkte das, abgesehen von der Behörde in Kasachstan, dort musste sie ihr Visum neu machen und das Geld, das sie für das abgelaufene Visum zahlte, hat sie bis heute nicht wiederbekommen. Im Grunde war es ne schwere Zeit.

An dem Tag, an dem meine Oma kommen sollte, wollte ich mit zum Flughafen, aber ich wurde nicht mitgenommen. Stattdessen habe ich meine Oma erst kennengelernt, als sie früh am Morgen vom Flughafen zurückkamen.

Wenn ihr jetzt mein Gesicht sehen würdet, würdet ihr ein lachenden Ausdruck sehen! Ich kann dieses Gefühl nicht mal beschreiben, welches ich damals hatte. Ich war froh, glücklich, ängstlich und traurig und alles auf einmal!!! Für mich war diese Oma eine Fremde... ich kannte sie nicht!!!

Damals, als meine Oma kam, lebte ich bei unserer Nachbarin und ich hatte viel Spaß... ich war ein Kind! Als meine Oma noch nicht da war, schickte sie Geld zu uns, damit ich zur Schule gehen konnte.

Zum Thema Schule... ich hatte Angst ich könnte nicht zur Schule gehen, habe gedacht, dass ich das nie tun kann, und habe mich riesig darauf gefreut, als alles feststand. Trotzdem, während den Vorbereitungen musste man eine ärztliche Untersuchung machen, die ich beinahe nicht tun konnte. Meine Mutter war besoffen. Ich habe geweint. Ich habe sie angefleht aufzuwachen. Und irgendwann habe ich aufgegeben. Sie wollte nicht aufstehen, denn sie war zu benebelt von ihrem Rausch. Zum Glück hatte meine Nachbarin uns angerufen und gefragt, wieso wir noch nicht weg waren. Ich erzählte ihr alles und sie regte sich auf und sagte ich sollte mich anziehen und fertig machen. Wir waren dann gegangen, während meine Mutter weiterhin friedlich geschlafen hatte. Das selbe gilt auch für meine Schule. Wenn meine Nachbarin nicht im letztem Moment noch einen Platzt in einer Mathematikschule geholt hätte, hätte ich keinen Platz in der Schule. Damals war ich nur selten mit meiner Mutter unterwegs, nur meine Nachbarin war immer mit dabei...

Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich damals sehr ungeliebt gefühlt. Ich kannte keine mütterliche Wärme, die ein Kind normalerweise verspürt. Nein... ich wusste, dass sie meine Mutter war und ich wusste, dass sie mich liebt, mir nichts Böses wollte, aber sie hat mir nie gezeigt, dass sie meine Mutter ist. Sogar beim Aufräumen, als ihr damaliger Freund mich mein Zimmer aufräumen lies und mich ausschimpfte, wieso ich meine Spielzeuge unterm Bett hatte (das hatte ich von seiner Tochter gelernt) sagte meine Mutter zu mir "Ich bin für dich mehr eine Freundin als Mutter" und das stimmt. Auch wenn ich mir immer eine Mutter wünsche, hatte ich sie nicht und ich werde sie auch nie haben. Ich glaube, dass das einer meiner psychischen Probleme ist. Dank meiner Mutter sehe ich sie nicht als eine "Mutter" und von meinen Freunden werde ich abhängig, genauso wie von meiner Mutter… ich suche jemanden, der mich wengstens ein wenig bemuttern kann.

Jaa... vieles hört sich jetzt ziemlich traurig und bitter an. Und um ehrlich zu sein habe ich noch vieles nicht verarbeiten können, aber es gab auch schöne Seiten, das kann ich euch versprechen.

Als ich noch zusammen mit meinem Bruder und Vater gelebt hatte, hatten wir ziemlich viel dummes Zeug gemacht, so wie Kinder sich halt immer benehmen. Wir haben zusammen gespielt, gelacht, gestritten und uns versöhnt. Als ein noch ziemlich kleines Kind, das noch nicht zur Schule ging und in kein Kindergarten gehen konnte, war ich anhänglich. Meine Mutter und mein Bruder, das waren meine beiden Elten, mein ein und alles. wenn meine Mutter nicht an meiner Seite war, war immer mein Bruder da. Wir haben gmeinsam Zucker (damals wurde der in kleinen Säckhen in der Küche gelagert) "geklaut", wenn es keiner merkte, haben auf einander aufgepasst, wenn keiner da war. Und mein Bruder hatte gelernt das Gasherd zu benutzen, so haben wir unser Brot leicht angebraten, wobei das oft schwarz und vekohlt wirkte :) Und wenn sich unsere Eltern gestritten hatten, hatte mein Bruder mich zu sich ins Bett geholt, mich umarmt, beruhigt, war einfach für mich da.

Ich glaube, man kann mitlerweile erahnen, wie nah ich meinem Bruder stand. Dass wir getrennt wurden, wurde zu meinem ersten großen Schmerz. Ich war nämlich nicht nur Mamas kleines Töchterchen, sondern auch das kleine Schwesterchen meines Bruders.

Mein zweiter großer Schmerz wurde meine eigene Entscheidung. Die Entscheidung meine Mutter zu verlassen. Ich bereue es zwar nicht nach Deutschland gekommen zu sein, aber ich bereue es meine Mutter verraten und verlassen zu haben. Ich kann nur minimal erahnen wie schmerzvoll es für sie gewesen ist. Jeder verurteilt meine Mutter. Sie habe es nicht geschafft ihre Familie zu erhalten, hätte all ihre Kinder verloren und gäbe sich nicht mal Mühe ihre Tocher wiederzusehen! Aber keiner, KEIN EINZIGER versucht sich in ihre Lage zu versetzen. Mal im ernst, würdest du zu einer entfremdeten Familie fahren wollen, die du kaum mehr kennst? Von der du verlassen und allein gelassen wurdest? Stell dir doch mal vor, deine Mutter, die nicht eine innere Beziehung zu dir aufgebaut hatte, die dich nur wie eine Babysitterin und Haushälterin gebraucht hatte, nimmt deine kleine Schwester und deine Brüder mit und fährt in ein anderes Land und du bleibst alleine zurück, weil du bereits eine "neue Familie" hast, in der deine eigene Schwiegermutter dich wie die Pest behandelt. Du bekommst vielleicht ein, zwei mal im Jahr Post und vielleicht ein Paket. Dann scheitert deine Ehe, du bist alleine, nur mit deiner vier jährigen Tochter, dein Sohn bleibt lieber mit deinem Ex, der Mann den du über alles liebst stellt sich als ein Schwein raus, das sauft, raucht und dich schlägt, du hast kein Haus, kein geld, keine Arbeit, und liebst immernoch dieses Schwein. Und dann merkst du, wie schön es doch sein kann all das zu vergessen, indem man sich dem Rausch des Alkohols hingibt. Dann erfährst du von heute auf morgen, dass deine liebe Tochter lieber bei der fremden Nachbarin statt bei dir leben will und dass deine Mutter, die dir nie gesagt hat, dass sie dich liebt, plötzlich herkommt um deine Tochter dir wegzunehmen, und deine Tochter geht freiwillig mit ihr mit! Du bist allein, von allen verlassen, von allen vergessen! Dein ganzes Leben geht praktisch in kleinen Splittern zugrunde. Hättest du die Kraft dich wieder aufzurichten? Wenn man nicht mehr tiefer sinken kann, da du bereits im untersten Loch gefangen bist? Ich hätte nicht die Kraft um aufzutehen...

Ich will jetzt nicht sagen, dass meine Mutter unschuldig ist, aber ich verstehe, dass meine Mutter nicht nach Deutschland kommen möchte. Zunächst mal hat sie außer zu mir zu keinem meiner Verwandten einen Kontakt, dabei haben doch alle Telefon, Internet, Skype oder was ähnliches. Aber keiner gibt sich Mühe sich zu erreichen. Dann kommt noch das Gefühl versagt zu haben. Bei allen scheint es, als hätten sie es geschafft eine Familie zu gründen und den Familienfrieden zu bewahren. Sie dagegen scheint es vermaselt zu haben. Sie ist sozusagen das schwarze Schaf. Wenn ich das, was sie durchlebt hat, durchgemacht hätte, erlebt hätte, gefühlt hätte, dann würde ich mich zu sehr schämen um vor die Augen von meinen perfekten Geschwisster zu treten. Zu diesen Sachen zählt nicht nur das, was ich bereits erwähnt habe, sowie Alkohol oder das Verlieren der Familie, dazu zählen auch psychische sowie physische Schmerzen und Risse, die man nicht reparieren kann, aber ich weiß  nicht, ob ich das Recht habe davon zu berichten, denn ich habe nur einiges von meiner Mutter erfahren, wie z.b. dass sie, wenn sie ausflipt, den Drang verpührt in den Wald zu gehen, und tagelang spurlos zu verschwinden, dass sie eine zeitlang psychisch gestört war, als ihr Freund sich erhängt hatte (dazu spähter). Aber ich habe auch Sachen erfahren, die man von der eigenen Mutter nie erfahren möchte (die hat mir ihr neuer Ehemann erzählt, das ist ihre eigene Privatsphäre, nur so viel: ich würde mich selbst für die Taten verabscheuen)...

Aber es gibt noch ein großes Problem für meine Mutter. Es hat ihr sehr weh getan, dass ich lieber bei ihrer Mutter, von der sie sich nicht geliebt gefühlt hatte, sein wollte, als bei ihr. Und ich verstehe das, denn ich habe selber Zeiten, wo ich denke: Ich kann das nicht länger... Ich will das nicht länger. Ich bin von all dem schon so müde... Und das komische ist, dass ich bereits müde bin zu lügen, dass alles gut und schön ist. Und die Frage ob jeder leben möchte, natürlich wollen alle irgendwo leben, aber ist es nicht auch in Ordnung zu denken: Ich habe nichts dagegen heute zu sterben.

Versteht mich jetzt nicht falsch, es ist nicht so, dass ich suizidgefährdet bin, die Phasen habe ich hinter mir, und sich selbst umzubringen widerspricht allen möglichen natürlichen Trieben. Ich bin gegen Suizid. Aber ich weiß, dass wenn ich wissen würde, dass ich heute sterben würde, würde ich mich tief im inneren sogar erleichtert fühlen. Ich habe keinen Drang zu leben, dass ich für mein Leben kämpfen würde. Ich lebe, und es ist gut so, aber sollte ich sterben, wäre es ebenso gut.

Jaa, ich habe einen zimlich großen Bogen gemacht und mich ja beinah in die Philosophie gedrängt :D

 

Zurück zu dem Zeitpunkt, als meine Oma mich abholen kam. Ich bin ihr sehr dankbar dafür. Sie hat viel Zeit und Geld und sogar ihre Beziehung investiert um mich zu sich zu holen. En halbes Jahr hat es gedauert, bis sie mich mitnehmen konnte. In dieser Zeit wohnten wir anfangs noch bei den Nachbarn, aber anschließend sind wir zu entfernten Verwandten, welche in der selben Stadt lebten, gezogen. Es waren Oma Mascha und ihr Brude. Sie haben uns Unterkunft gegeben und geholfen, auch wenn sie selbst nicht viel hatten. Ich hatte zusammen mit mener Oma und Oma Mascha in einem kleinen Zimmer, auf einem großen Bett geschlafen, wärend der Bruder im Wohnzimmer geschlafen hatte. Ab und zu, wenn ich noch nicht schlafen wollte, hatte ich heimlich Fernseher aus der halb offen Tür geguckt, manchmal dafür auch Ärger bekommen. Dank Oma Mascha hab ich gelernt, dass ein Kind seine Mutter nie hassen darf. Ich bin ihr sehr dankbar dafür und natür auch für all die Hilfe, die sie und ihr Bruder gespendet haben. 

Meine Oma brauchte ein ganzes halbes Jahr um mich mit sich nach Deutschland zu holen. In dieser Zeit hatte ich nur ein mal bei meiner Mutter übernachtet. Mitlerweile sind meine Mutter und ihr Freund in die Wohnung dessen Mutter gezogen. Ihnen fehlte es an Geld und die Mutter zog zu ihrem Freund, den ich zwar nett in der Erinnerung behlten habe, aber benebfalls ein Alkoholproblem hatte. Ich weiß noch ein mal mussten meine Mutter und ihr Freund irgendwohin. Ich konnte nicht mit kommen und musste deshalb bei meiner "neuen Oma" bleiben. Sie war relativ nett zu mir, hatte mir alte Sachen gezeigt und erklärt, war aber auch sehr von ihrem Sohn eingenommen. Jedenfalls bin ich an dem Tag eingeschlafen und als meine Mutter und ihr Freund ankamen, genau in dem Moment bin ich aufgewacht. Ich hab aber sofort gemerkt, dass Mutters Ferund getrunken hatte und hab mich schlafend gestellt. Ich wollte einfach ihn nicht sehen und auch nicht mit ihm gehen... natürlich hat er einen Aufstand gemacht, weil er meinte, dass ich nicht schlafen würde, aber meine Mutter und seine Mutter nahmen mich in Schutz, also war ich weiter am schlafen... Kurz nachdem sie weg waren, hab ich gesehen, dass der Fernseher lief und hab meine Augen aufgemacht. Natürlich wusste seine Mutter, dass ich nicht am schlafen war. Irgendwann kam auch meine Mutter und hatte mich abgeholt, aber ich hatte gemerkt, dass sie sich mit ihrem Freund gestritten hatte.

Jedenfalls musste meine Oma wichtige Dokumente erledigen und dafür musste sie weit weg fahren für ein paar Tage. Ich bin zu meiner Mutter und ihrem Freund gegangen. Und kaum zu glauben, aber bereits in 24 Stunden hatte ich alles satt und bin zurück zu Oma Mascha gegangen. Wieso? Weil ich endlich einen normalen Alltag hatte. Ich hatte verstanden, dass all der Streit und Stress nicht normal waren. Ich kann mich noch jetzt daran erinnern, wie meine Mutter ihren Freund angefleht hatte das Streiten sein zu lassen, während ich wenigstens bei ihm bin, aber das half nicht. Sie hatten sich wieder gestitten, wieder getrunken und weiter gestritten. Er hatte sie wieder geschlagen und ich lag im Schlafzimmer, hab geweint und einfach gehofft, dass es alles nur ein Traum war. Ich phantaserte von einer heilen Welt, von einer heilen Familie, ohne Streit und Schmerzen. Am nächsten Morgen hatte mich meine Mutter früher geweckt, als ich eigentlich zur Schule musste. Ich hatte eh kaum geschlafen, so wie sie, und dann musste ich auch noch zur Schule gehen, wärend es dort noch keinen gab. Meine Mutter wollte wahrscheinlich einfach nur weg und hatte mich wohl deswegen viel zu früh zur Schule gebracht. Vielleicht wollte sie aber auch nicht, dass ER aufwacht und alles von vorne anfängt, oder dass er sie mich nicht zur Schule bringen lässt. Jedenfalls hat mit eine solche Nacht gereicht. Ich wollte und konnte nicht mehr. Ich versuche mich dabei nicht in die Schuhe meiner Mutter zu versetzen, denn es war für sie bestimmt nicht einfach ihre Tocher weggeben zu müssen, weil der eigene Freund sich nicht mal für einen Tag benehmen kann.

Ich kann nicht oft genug betonen was für ein Schwein der Typ war, wie sehr ich ihn gehasst habe und wie sehr ich ihn immer noch hasse. Am schlimmsten war sein egoistisches und selbsverherrliches Verhalten. Ein mal, als ich noch bei meiner Mutter lebte, wollte er mit seinem Freund irgendwohin weggehen. Ich wäre mit meiner Mutter zu Hause geblieben. Meine Mutter war bereits betrunken und ihr ging es schlecht. Ich habe ihrem Freund gesagt, dass ich um meine Mutter Angst habe, aber er hat nur schlecht über sie geredet und mich abgewimmelt, nach dem Motto sie ist selber Schuld. Ich habe sie im Bett liegen sehen. Plötzlich kam Schaum aus ihrem Mund. Ich hab angefangen zu weinen und zu schreien, bis ihr Freund endlich sich zu wendete und sah, dass es meiner Mutter wirklich nicht gut geht. Irgendwas hatte er dann auch mit seinem Freund gemacht, dass es ihr besser ging. Aber ich hatte in dem Moment große Angt. Was wenn es ihr so schlecht geht, dass sie ins Krankenhaus muss? Was, wenn sie sterben muss? meine Angst war gewaltig. Ich wollte was für sie tun, eine Hilfe sein, einfach meine Mutter wieder haben. Doch das Einzige, was ich tun konnte, war es in die Küche zu gehen und das Geschir sauber zu machen, ein wenig aufräumen... Ich denke da war ich zwischen 5 und 6 Jahre alt. Ich hab die ganze Zeit geweint, während ich mit meinen kleinen Händen versuchte das Geschir mt kaltem Wasser abzuspühlen, ohne dass etwas zu bruch geht. Beim Waschen des Messers hab ich mich dann geschnitten. Die Wunde brannte wegen dem Gemisch des Wassers mit Seife und meine Augen füllten sich nur noch mehr mit Tränen. Ich war hilflos und auch nutzlos... Meiner Mutter ging es dann später besser zum Glück. Ihr Freund hat dann immer wieder damit angegeben, dass ohne ihn meine Mutter schon längst tot wäre, und dass er ja bemerkt hätte, dass es ihr nicht gut ginge. Nur sein Freund, an den ich mich nicht mehr ernner, hat mich dafür gelobt, dass ich für meine Mutter sauber machen wollte. 

Ich denke, dass ich in diesem Alter alles für meine Mutter getan hätte, selbst wenn ich dafür sterben, oder in der Hölle leben müsste. Das erklärt ungefähr meine Liebe zu mener Mutter. Und trotzdem, schon als ich klein war, wusste ich, dass es nicht das war, was ich wollte. Meine Mutter hatte gerne Horrorfilme oder sowas geguckt, nichts für ein kleines Mädchen. Aber einmal hatte ich einen Albtraum, den ich nie vergessen werde. Ich war bei mener Mutter. Sie hatte einen neuen Freund und war glücklch. Ich war ebenfalls glücklich und spielte im Hof mit Jana, der Tochter von Mams Freund. Plötzlich tauchten irgendwelche fremde Typen auf. Sie hatten Messer und haben uns bedroht. Wir sollten den Weg zu meiner Mutter zeigen. Ich wollte nicht, aber Jana tt, was ihr befohlen wurde. Ich war sauer, wütend, ängstlich... Als meine Mutter die Tür aufmachte, war sie wie immer. Sie hate eine rosa Schürze an, selbstgenäht. Dann plötzlich verwandelte sich meine Mutter in ein Schwein. Ich starte auf das Schwein und die Schürze, die noch eben von meiner Mutter getragen wurde. Angst überrumpelte mich. Ich sah, wie alle vor meiner "Mutter" wegrannten und wusste nicht, soll ich fliehen, oder bleiben. Vor lauter Angst fing ich an zu weinen und wachte aus meinem Traum auf. Was dieser Traum mir mitteilen wollte, wollte ich nicht wissen. Ich war einfach nur erleichtert, dass es nur ein Traum war.

Seither hatte ich viele Albträume, auf manche werde ich noch später eingehen.

Ich glaube bereits erwähnt zu haben, dass meine Nachbarin mr geholfen hatte meine Oma ausfindig zu machen, ich bin Ihr dafür sehr dankbar. Sie hat mich miterzogen, einiges beigebracht und mir geholfen zur Schule zu gehen. Eine Zeit lang hb ch geträumt, dass sie mich adoptiert, aber das war wohl keine Variante. 

Meine Oma hat lange gebraucht bis sie mich zu sich holen durfte. Meine Mutter war nicht das Problem, sie hat meiner Abreise zugestemmt. Aber mein Vater nicht und meine Oma brauchte seine Erlaubnis. Sie war damit sogar vor Gericht gegangen... Da ich schulpflichtig war, konnte ich nicht zu dem Prozess, aber meine Oma hat mir gesagt ich soll dem Richter einen Brief schreiben, wo ich erzähle, was ICH möchte. Viele Worte konnte ich nicht schreiben, este Klasse halt. Ich fragte meine Oma der Oma Mascha, aber sie sagten, schreib wie du denkst, dass es richtig ist. Sie wollten verhindern, dass man die Echtheit des Briefes in Frage stellt, aber genau das wurde gemacht. Von den Erzählungen, die ich nebenbei gehört hatte, wusste ich, dass mein Vater gesagt hatte: "Sie kann doch noch nicht mal schreiben!" 

Tja, so viel wusste er von mir...

Aber es kommt noch schlimmer, er hat zu meiner Oma gesagt, er gibt seine Einverständnis, wenn sie ihm 1.000 Euro gibt. So viel war ich ihm wehrt. Okay es ist viel Geld, aber das Leben eines Kindes kann man doch nicht verkaufen. Mein einziger Hofnungsklammer ist, dass er das nur so hergesagt hatte... Ich liebe meinen Vater trotzdem.

Im Endeffekt hatte meine Oma die Einverständniserklärung, auf welche Weise auch immer. Aber bis ich 18 Jahre alt war, wollte sie mich nicht zurück nach Kasachstan lassen, weil sie befürchtete, dass ich dann nie mehr zurück kommen werde, sie hatte meinem Vater nämlich einiges zugetraut.

Als dann fest stand, dass ich nach Deutschland komme, hat mich meine Klasse verabschiedet, ich hatte eine Barby bekommen, die bestimmt noch irgendwo als Staubfänger im Keller liegt. Eigentlich wurden Geschenke nur den Geburtstagskindern geschenkt, aber bei mir war das eine Ausnahme. Ich hab sogar noch ein Buch von der Schule. Ich hatte super Noten, Fast nur 5 und ein paar 4. In Kasachstan ist das supper, denn dort ist 5 die beste und 1 die schlechteste Note.

Nun denn, als wir zum Flughafen fuhren, sagte mir meine Oma: " Sieh dir alles genau an und merk dir alles, vielleicht wirst irgendwann wiederkommen."

Und als ich mich dann von meiner Mutter verabschiedete, dachte ich, sie wird nachkommen, ganz bestimmt. Ich werde sie wiedersehen.

Und auf dem Gang sagte mir meine Oma, das denk ich zumindestens, kann auch sein dass es wer vorher mir gesagt hatte, ich solle nicht zurück blicken. Und das tat ich.

In Deutschland angekommen ging es mir schlecht. Ich war nicht gewöhnt mich anschnallen zu müssen, oder in einem Kindersitz zu sitzen. Abgeholt wurden wir von meinem Onkel, der mir jetzt mehr wie ein Bruder ist, und vom Schwiegersohn meiner Oma. Die Fahrt in mein neues ZUHAUSE war nicht schön, ich fühlte mich fremd und mr war schlecht. Dann die ganze Besichtgungstour und die vielen fremden Menschen. Ich hatte Angst und wollte zurück zu meiner Mutter. Alles war so fremd. Ich wollte einfach nur Ruhe...

Ich hatte ein neues Zuhause. Mir wurde vieles neues gezeigt. Aber komischerweise, gefiel es mir nicht. Als ich das erste mal mit meiner Oma in die Stadt ging, fühlte ich mich fremd, ich dachte, ich würde nicht hierher gehören. Das erte mal, als ich ins REWE ging, wurde mir schlecht. Ich denke das lag teilweise an der neuen Umgebung, teilweise an der Aufregung, teilweise an den ganzen Gerüchen und der anderen Luft.

Nicht mehr lange und ich kam zur Schule, ich durfte für einen Monat noch in die erste Klasse kommen und dann in die zweite rübergehen. Okay, das war meine neue Schule, eine katholische Grundschule, die mir we Kindergarten vorkam. In Kasachstan hatte ich in der ersten Klasse bereits Englischunterricht und neben Russisch auch noch Kasachisch. In Mathe konnte ich bereits bis 100 zählen Mal- und Durchaufgaben rechnen. Und hier? Plus Minus bis 20...  und noch etwas, Disziplin. Das fehlte hier. Alle benahmen sich wie Kinder, was sie auch waren, aber ich war gewöhnt mich wie eine Schülerin zu benehmen. Das heißt: Kein Krach, Schuluniform, gerade sitzen und nur etwas Hand hochheben, wenn man was sagen wollte, nie dazwischenrufen, praktisch wie beim Militär ;)

Meine Klassenlehrerin war immer sehr nett und geduldig zu mir. Aber sie hatte immer eine Lieblingsschülerin. Diese hatte bereits in den ersten Tagen meiner Ankunft von mir Mathe abgeschrieben.... Ich hasste sie! 

Als ich das erste mal in meine Klasse kam, kannte ich niemanden, und konnt ekein Deutsch

 

 

 


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